Den eigenen Weg finden

Pfarrer Kevin Jessa

Pfarrer Kevin Jessa

Pfarrer Kevin Jessa

Pfarrer Kevin Jessa setzt sich für mehr Transparenz und Offenheit ein. (Foto: Andreas Batke)

Den eigenen Weg finden

Pfarrer mit Interesse für queere Themen

Als Jugendlicher hätte Kevin Jessa von diesem Beruf nicht einmal geträumt. Auf Wunsch seiner Mutter wird er getauft, Religiosität spielt sonst in der Familie eine untergeordnete Rolle. Und doch entscheidet er sich nach einem Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege und einem politischen Praktikum in der Landes-CDU Brandenburg für ein Studium der Evangelischen Religionspädagogik. An der Hochschule spürt Jessa das Interesse für queere Themen; sein wichtigster Professor – schwul und offen für Diversität. Jessa bekommt Rückhalt, outet sich mit 20. Eines seiner wichtigsten Themen in der Studienzeit – die Ehe für alle. Als Vikar wird er für zwei Jahre entsandt in die Evangelische Patmos-Gemeinde in Berlin-Steglitz. Er sieht das als Herausforderung. Dann soll Jessa die erste Pfarrstelle auf Probe annehmen – in Spremberg. Als offen schwuler Pfarrer undenkbar! Jessa hört von einer freien Stelle in Fürstenwalde, schlägt diese vor und darf sie antreten. Doch auch im bischöflichen Dom läuft es nicht immer rund. Zu laut, zu offen, zu divers gestaltet der Neuankömmling seine Predigten. Mittlerweile hat er seine Gemeinde kennengelernt, erfährt viel Wertschätzung. Eine Rede, die den Trauernden einen guten Weg bereitet, oder eine gute Predigt mit Gegenwartsbezug, die keinem »Dauerexamen« gleicht, machen ihn glücklich und zufrieden. Jessa betont, dass noch mehr Reformen in den nächsten Jahren anstehen. Eine davon erfreut ihn besonders: »Bei Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare entfällt auf Beschluss des Kirchenparlaments künftig das Recht von Pfarrern, solche Gottesdienste ablehnen zu dürfen.« Kleine Erfolge, für die es sich lohnt zu kämpfen.

Es ist diverser geworden in meinen Gottesdiensten.

Fürstenwalde

Fürstenwalder Dom

Fürstenwalde

Kartenansicht Blick in den Dachstuhl des Fürstenwalder Doms (Foto: Andreas Batke)