Naturruhe

Christina und Peter Pantas

Christian und Peter Pantas

Christina und Peter Pantas

Christina und Peter Pantas haben viele schöne, aber auch schlechte Erinnerungen an den Milasee. (Foto: Andreas Batke)

Naturruhe

Seltener Rückzug aus der Nutzung

Zwischen Kehrigk und Limsdorf führt die L74 entlang eines Truppenübungsplatzes durch eine Moränenlandschaft. In dieser Abgeschiedenheit finden sich zwei skandinavisch anmutende Waldseen: der kleine und der Große Milasee. 1950 wurde dieses Paradies aus der Waldgemeinschaft gerissen, entstanden dort Baracken für ein Kinderferienlager der Humboldt-Universität Berlin. Später öffneten Christina und Peter Pantas den Lagerbetrieb für Klassenfahrten. Ab 1990 war die Arbeit am Milasee eine andere. Aus dem Kinderferienlager der Humboldt-Uni war das vereinsgeführte »Kindergästehaus am Milasee« geworden. Ständig investierte der Verein »Kinder und Natur« in Küche, Bodenbeläge, Anstriche, Heizung – und in Zeit sowieso. Im April 1997 fanden Pantas‘ alles in Scherben. 200.000 Mark Schaden, verursacht über Nacht durch Jugendliche aus benachbarten Dörfern. Mit finanzieller Unterstützung seitens des Landes, Wochenend-Aufbauaktion mit Sendung im Fernsehen des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg und privaten Spenden gelang zwar ein Wiederaufbau, aber dem Paar sollte bald der Atem ausgehen. Nach den Pantas‘ wechselten sich mehrere Lagerleiter mit neuen Pächtern ab, Naturinteressierte mit Rowdies und Ganoven. Das Lager galt bald als Problemfall, und die Untere Naturschutzbehörde entschied zum Wohle der Seen, das Gelände wieder an die Natur zu geben. Mit der finalen Saison 2002 endete die Nutzungsgeschichte »Ferienobjekt Milasee«. Die Gebäude wurden abgetragen und die Zuwegung zugeschoben. 2003 wurde den beiden Milaseen von der Landesregierung eine unbefristete Kur von menschlicher Nutzung verordnet. Damit sind sie im Landkreis Oder-Spree ein seltenes Beispiel für mehr Naturruhe.

Ich träume noch regelmäßig vom zerstörten Gästehaus.

Milasee

Milasee

Milasee

Kartenansicht Darf jetzt einfach nur sein: der Große Milasee (Foto: Andreas Batke)

Fotografie aus dem Ferienlager

Ansichtspostkarte des Ferienlagers der Humboldt-Universität zu Berlin am Milasee, Kehrigk bei Beeskow

Fotografie aus dem Ferienlager

Ansichtspostkarte des Ferienlagers der Humboldt-Universität zu Berlin am Milasee, Kehrigk bei Beeskow: Anfang der 1970er-Jahre, Fotopapier, geschrieben am 07.08.1973 von Gabi [Schultz] an Familie Wilhelm Schultz, Gildenhall (Neuruppin), Gartenstraße (Post), Leihgeber: Andreas Batke, Klein Schauen (Foto: Bernd Choritz)

Schild Landschaftsschutzgebiet

Schild «Landschaftsschutzgebiet»

Schild Landschaftsschutzgebiet

Schild »Landschaftsschutzgebiet«: 1970er-Jahre, Melancart-Druck auf Duroplast, VEB Preßstoffwerk Spremberg, schwarze Waldohreule auf Rapsgelb, 1950 entwickelt von Kurt Kretschmann, seit 1994 gesamtdeutsches Naturschutzsymbol (außer in Baden-Württemberg und Bayern), Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)