Geordnetes Chaos

Caroline Kiesow

Eine Frau steht in sommerlicher Kleidung vor einem großen Mähdrescher auf einem abgeernteten Feld. Das Schwarz-Weiß-Foto dokumentiert landwirtschaftliche Arbeit im Kontext der regionalen Geschichte.

Caroline Kiesow

Caroline Kiesow leitet seit vier Jahren die Glienicker Agrargesellschaft. (Foto: Andreas Batke)

Holger Ackermann

Schwarz-Weiß-Porträt eines Mannes mit Schiebermütze, Hemd und Jeans, der im Freien vor einer bewaldeten Kulisse steht. Das Licht fällt durch die Baumzweige und erzeugt ein Spiel aus Licht und Schatten auf seiner Kleidung.

Holger Ackermann

Holger Ackermann vom NABU Kreisverband Fürstenwalde setzt sich für mehr blühende Flächen ein. (Foto: Andreas Batke)

Geordnetes Chaos

Seit fast vier Jahren ist Caroline Kiesow Geschäftsführerin der Glienicker Agrargesellschaft. Die junge Landwirtin möchte Denkprozesse anstoßen, setzt sich für mehr Naturschutz ein, aber immer so, dass auch der Betrieb weiterhin Gewinn macht, vorangebracht wird. In und um Glienicke sind die Böden nicht die besten. »Wir sind hier bei maximal 25 Bodenpunkten oder weniger«, berichtet Kiesow. Bodenpunkte dienen als Grundlage für die Abschätzung der Ertragsfähigkeit eines Bodens. Weist dieser den Wert 100 auf, hat er die höchste Ertragsfähigkeit. Um unfruchtbare Flächen oder Schläge mit schlechten Bedingungen dennoch effektiv zu nutzen, kommt Kiesow der Gedanke, Blühstreifen anzulegen. Mit dem ansässigen Kindergarten startet sie das Projekt aus eigenem Antrieb. Mit regionalem Saatgut ausgestattet, fährt sie Maschine und Manpower auf, sät im Frühjahr 2018 für die Kinder und auch als Zeichen dafür, dass sie als Landwirtin nicht allein verantwortlich ist für das derzeitige Arten- und Insektensterben, blühende Streifen. Drei Jahre später, am 1. Januar 2021, tritt auch in Brandenburg als einem der letzten Bundesländer endlich eine »Richtlinie zur Förderung naturbetonter Strukturelemente im Ackerbau« in Kraft. Hierunter fallen ein- oder mehrjährige Blühstreifen, die Nützlingen, Bienen und Wildtieren als Wirts-, Nahrungs- oder Schutzpflanzen dienen. Caroline Kiesow kann nun mehr als 35 Hektar ihrer Flächen in bunte Blühstreifen verwandeln mit 27 heimischen Wildarten und sechs Kulturarten wie Kornblumen, Kamille, Phacelia, Mohn – und wird dabei unterstützt von der Politik. »Es ist ein erster Schritt«, sagt sie, »ausreichend ist es jedoch nicht.«

Sobald der Duft von Getreidefeldern in die Luft kommt, kriege ich Herzflackern.

Glienicker Agrargesellschaft

Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Frau in der Fahrerkabine eines Mähdreschers bei der Arbeit auf einem weiten Getreidefeld. Die Perspektive zeigt die Kabine von außen mit Blick auf die Fahrerin und das angrenzende Feld im Hintergrund.

Glienicker Agrargesellschaft

Kartenansicht Schon als Kind hat Caroline Kiesow ihre Sommerferien auf dem Mähdrescher verbracht. (Foto: Andreas Batke)

Blühmischung Brandenburg

Ein zerknitterter, grüner Papiersack mit der Aufschrift Blühmischung Brandenburg und eine orangefarbene Ansaatanleitung trägt.

Blühmischung Brandenburg

Blühmischung Brandenburg (Foto: Armin Herrmann)

Modell »Biene«

Ein anatomisches Modell einer Biene aus dem Museum Oder-Spree, das auf einem schwarzen Sockel montiert ist. Das Modell zeigt detailliert den inneren Aufbau, die Muskulatur und die Organe des Insekts in einer wissenschaftlichen Darstellung.

Modell »Biene«

Modell »Biene« (Foto: Armin Herrmann)