Ausstellungen

»lauschen und lärmen« 2026

Wer im diesjährigen kursbuch oder-spree »vom lauschen und lärmen«  blättert, wird nicht nur auf Musikalisches treffen. Anders als beim Kanon mit strenger Wiederholung der immer gleichen Melodie klingt es hier wahrhaft »polyphon« – mehrere völlig verschiedene, wenn auch gleichberechtigte Stimmen aus dem Landkreis Oder-Spree verschaffen sich Gehör. Wo lauscht man am besten und was macht echt Lärm? Zehn von 16 Geschichten werden in der Ausstellung »lauschen und lärmen. museum polyphon« ausführlicher erzählt.

Beginnend bei ebenjenen, die mit einer Hörbehinderung leben und kaum zwischen laut und leise unterscheiden können, bewegen wir uns dabei über den gesamten Geräuschpegel: Denn der Sirenenalarm hat ebenso seine Berechtigung wie die Suche nach Stille, wenn das Leben zu Ende geht, und ein eher geräuscharmer Wald ist eben auch Refugium für traditionsbewusste Jägersleute, die das erlegte Wild lautstark »verblasen« wollen.

Doch zweifellos ist unsere Region vor allem musikalisch: So ist die kreiseigene Musikschule »Jutta Schlegel« erster Anlaufpunkt für eine Fülle junger Talente. Hinzu kommen zahllose Ensembles, von denen vier vorgestellt werden: die Band aus der Reichenwalder Heimstätte der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal, die für die Niederlausitz typische Zamperkapelle, die Eisenhüttenstädter Musicalcompany um den Schneemann Snowy und der Frauenchor Erkner e. V. Eine Besonderheit verbindet indes die in der Region ansässigen Sängerinnen Undine Lux und Daniela Radloff: Beide sind in die Rolle Prominenter geschlüpft – die eine als ehemaliges Double von Helene Fischer, die andere als zweite Andrea Berg.

Geräusche, Töne und Klänge haben alle ihren Ursprung in Schallwellen, die unser Hörsinn wahrnehmbar umwandelt – ein Leben lang sind wir somit offen für die Welt. Diese Fähigkeit kann in der neuen Ausstellung durchaus ausgereizt werden: So darf man testen, wie sich Schallwellen körperlich anfühlen und was akustische Signale sichtbar macht, auf welche Weise aus aufgenommenen Geräuschen ein Klangwerk entsteht und womit sich Taube, Rest- und Schwerhörige im Alltag behelfen.

Dank einer gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree sowie mit Hilfe des PS-Lotterie-Sparens erbrachten Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung wird die Ausstellung zu einem akustischen Highlight, das bis zum Ende des laufenden Jahres besichtigt werden kann.

Traue seinen Ohren, wer da komme! Seid ganz Ohr! Denn so klingt Oder-Spree!

Beim Zapust, der wendischen Fastnacht, wird das traditionelle wendische Zamperlied »Gib mir ein Ei!« intoniert. (Foto: Andreas Batke)
Beim Zapust, der wendischen Fastnacht, wird das traditionelle wendische Zamperlied »Gib mir ein Ei!« intoniert. (Foto: Andreas Batke)

Kunst im Museum

In diesem Jahr hat der Künstler Wolfram Spyra eine Soundinstallation mit dem Titel „Lean@me“ beigesteuert. So lässt sich die Ausstellung »lauschen und lärmen. museum polyphon« auch körperlich erleben, indem getestet wird, wie sich Schallwellen anfühlen und was akustische Signale sichtbar macht.

Wolfram Spyra zu seiner Arbeit:

Ausstellung »lauschen und lärmen« Raum 2 (Foto: Bernd Choritz)
Ausstellung »lauschen und lärmen« Raum 2 (Foto: Bernd Choritz)

Die Ausstellung »lauschen und lärmen« im rbb »DER TAG«

Rückblick 2025 »holen und bringen«
museum oder-spree Raum 1 Ausstellung »holen und bringen« (Foto: Bernd Choritz)
museum oder-spree Raum 1 Ausstellung »holen und bringen« (Foto: Bernd Choritz)
Ausstellung »kommen und gehen« Raum 1 (Foto: René Arnold)
museum oder-spree »kommen und gehen« Raum 1 (Foto: René Arnold)
Ausstellung »abreißen und aufbauen« (Foto: Bernd Choritz)
museum oder-spree »abreißen und aufbauen« Raum 1 (Foto: Bernd Choritz)
museum oder-spree - essen und trinken
museum oder-spree – »essen und trinken«, Raum 1 (Foto: René Arnold)
museum oder-spree, Raum 4 »land und leute«
museum oder-spree – »haben und brauchen«, Raum 4 (Foto: Stefan Gräfe)