Ausstellungen

Die aktuelle Ausstellung

haben und brauchen

Die erste Jahresausstellung des museums oder-spree ruft das Thema Eigentum auf. Was zum Beispiel ist nötig, um die eigene Existenz zu sichern? Aktuell gilt in Deutschland ein monatliches Einkommen von 1.178,59 Euro als pfändungsfreies Existenzminimum. Eine Obergrenze für Einkommen und Vermögen gibt es nicht. Den reichsten zehn Prozent gehört heute mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland.

Diese Ungleichheit nimmt seit 1990 zu. Wer soll was und wie viel besitzen? Die Vorstellungen davon, was gerecht ist und welcher Form des Eigentums – privat, genossenschaftlich oder staatlich – der Vorzug gewährt werden sollte, wandeln sich. Diese Veränderungen haben auch die Region an Oder und Spree geprägt – sei es durch die Bodenreform 1945, die Privatisierungen der Treuhandanstalt nach 1990 oder die Hartz-IV-Reform von 2002.

Als Großgrundbesitzer wurde zum Beispiel die Familie von Stünzner aus Sieversdorf durch die Bodenreform enteignet. Das Land wurde an landarme Bauern und Flüchtlinge verteilt. Viele von ihnen gehörten zu den Ersten, die ihre Höfe in kollektives Eigentum überführten und Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) gründeten. Wie Rudie und Werner Helm aus Breslack. Über den Weg eines volkseigenen Betriebes (VEB) in die Marktwirtschaft gibt Karl Döring, ehemaliger Generaldirektor des Eisenhüttenkombinats Ost (EKO), Auskunft. Welche Freude Dinge jedem von uns persönlich bereiten können, zeigt sich an Andreas Kunaths Liebe zu seinem Moskwitsch. In Neuzelle fragt sich Antiquarin Marion Gollhardt, welchen Wert ein Buch von Mascha Kaléko oder Eva Strittmatter heute hat.

Haben Sie in den Dörfern der Region die blauen Kreuze bemerkt? Unter diesem Zeichen streitet die Initiative »Ufer frei« dafür, dass Sie ins Wasser springen dürfen, auch wenn der See nicht Ihr Eigentum ist.

Kunst im museum oder-spree