Alarm rundum!

Sirenen

Moderne Sirenen sehen nicht mehr aus wie eine auf den Kopf gestellte Schüssel - eher wie Lautsprecher. (Foto: Andreas Batke)

Sirenen

Moderne Sirenen sehen nicht mehr aus wie eine auf den Kopf gestellte Schüssel – eher wie Lautsprecher. (Foto: Andreas Batke)

Alarm rundum!

In Bad Saarow-Pieskow steht seit geraumer Zeit ein grauverzinkter Mast, inmitten von Einfamilienhäusern. An dessen Spitze weisen vier Lautsprecher in zwei Richtungen. Neue elektronische Sirenen wie diese machen sich einen physikalischen Effekt zunutze, das Huygensche Prinzip. Vereinfacht erklärt: Der Schall wird durch einen schmalen Spalt geschickt und breitet sich dahinter kreisförmig aus. So wird mit zwei entgegengesetzt ausgerichteten Lautsprechern eine 360-Grad-rundum-Beschallung erreicht. Ihren Ursprung haben Sirenen, die früher eher einer umgedrehten Schüssel ähnelten, in einem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte. Zum Schutz der Bevölkerung und des »Tausendjährigen Reiches« wurde ab 1938 begonnen, flächendeckend ein Warnsystem vor Bombenangriffen zu installieren. Der Kalte Krieg sorgte dann für Bestandskontinuität. Zunehmend wurden dabei die Sirenen für die Alarmierung der Feuerwehren eingesetzt. Ihre eigentliche Aufgabe war aber nach wie vor, den »Ernstfall« anzukündigen. Nach dem Fall der Mauer übergab der Bund die Sirenen in die Verantwortung der Kommunen. Andreas Diebert vom Amt für Brand-Zivil- und Katastrophenschutz des Landkreises Oder-Spree ist verantwortlich für mehr als 180 Sirenen, darunter 37 Neuanlagen. Auch die Aufstellung neuer Sirenen falle in seinen Aufgabenbereich. Obwohl die technischen Möglichkeiten heute eine breite Palette an Warnmitteln bieten. »Wir sprechen hier vom Warnmittelmix«, erläutert Diebert. Neben den Sirenen gibt es Warndurchsagen über Radio und Fernsehen, Warn-Apps und Online-Warnungen. Neueste Variante ist die Nutzung digitaler Anzeigetafeln im öffentlichen Raum, die auch Gehörlose erreichen.

Wie sprechen hier vom Warnmittelmix

Bad Saarow

Solche Sirenen warnten jahrzehntelang im »Ernstfall« - nicht nur probehalber. (Foto: Andreas Batke)

Bad Saarow

Kartenansicht Solche Sirenen warnten jahrzehntelang im »Ernstfall« – nicht nur probehalber. (Foto: Andreas Batke)

»Max & Flocke Helferland: Auf Probe! Warntag in Deutschland«

2025, Unterrichtsmaterial zum Warntag in Deutschland, geeignet für die Klassenstufen 3–5, herausgegeben von der Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Papier, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

»Max & Flocke Helferland: Auf Probe! Warntag in Deutschland«

2025, Unterrichtsmaterial zum Warntag in Deutschland, geeignet für die Klassenstufen 3–5, herausgegeben von der Stiftung Jugend und Bildung in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Papier, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

Sirene und Warnschild

Motorsirene - 1986, DDR (Deutsche Demokratische Republik), Typ Iwi AL 1578, Seriennummer 4829/86, 220 Volt, 750 Hertz, genutzt als Werksirene, für Feuerwehr-Alarm oder den Zivilschutz, Sammlung: museum oder-spree Hinweisschild - Sirenenalarm 1980er-Jahre, DDR (Deutsche Demokratische Republik), DEWAG Signograph, Kunststoff, farbig bedruckt, Sammlung: museum oder-spree (Fotos: Bernd Choritz)

Sirene und Warnschild

Motorsirene – 1986, DDR (Deutsche Demokratische Republik), Typ Iwi AL 1578, Seriennummer 4829/86, 220 Volt, 750 Hertz, genutzt als Werksirene, für Feuerwehr-Alarm oder den Zivilschutz, Sammlung: museum oder-spree Hinweisschild – Sirenenalarm 1980er-Jahre, DDR (Deutsche Demokratische Republik), DEWAG Signograph, Kunststoff, farbig bedruckt, Sammlung: museum oder-spree (Fotos: Bernd Choritz)