Geburtshelfer für Musik
Ekkehard Krüger
Ekkehard Krüger
Ekkehard Krüger im Lager des Beeskower »ortus musikverlages« (Foto: Andreas Batke)
Geburtshelfer für Musik
»Ortus musikverlag«, der Name klingt international, fast geheimnisvoll. »Ortus heißt auf Latein: werden, wachsen, beginnen – und auch Osten. Das gefiel uns«, erklärt Ekkehard Krüger. Gegründet haben er und Tobias Schwinger den Verlag 1998, nach ihrem gemeinsamen Studium. »Der Sitz in Beeskow war eine pragmatische Entscheidung: Wir hatten dieses große Haus, Platz für Lager und Büro, und mein Vater half beim Versand.« Seither erschienen rund 300 Publikationen, wissenschaftlich-kritische Erstausgaben, oft Erstdrucke vergessener Musik aus dem 17. und 18. Jahrhundert. »Das ist eine Nische, aber eine sehr lebendige.« Die Auflagenzahlen sind je nach Werk sehr unterschiedlich, manche Titel erscheinen in 300, wenige in 1.000 Exemplaren. Werke von Georg Philipp Telemann, seltene Barockopern, Chormusik und Instrumentalwerke finden über »ortus« den Weg zurück auf Konzertbühnen. »Ich sehe mich als Geburtshelfer«, sagt Ekkehard Krüger. »Nicht ich stehe im Vordergrund, sondern der Herausgeber oder der Komponist. Ich sorge dafür, dass die Edition unter den besten Bedingungen das Licht der Welt erblickt.« In Beeskow ist der Verlag lokal fest verankert und doch auch international vernetzt. »Unsere Kundschaft reicht von Japan bis in die USA.« Nach mehr als 25 Jahren Verlagstätigkeit hat sich »ortus« einen Platz in der Alte-Musik-Szene erarbeitet. »Wir könnten noch viel mehr machen, aber wir bleiben lieber klein und unabhängig.« Projekte werden sorgfältig ausgewählt, oft mit Blick darauf, welche Lücken in der Repertoirelandschaft bestehen. »Wir wollen nicht wiederholen, was es schon gibt.«
Unsere Kundschaft reicht von Japan bis in die USA
Beeskow
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Kartenansicht Blick auf die Regale im Beeskower »ortus musikverlag« (Foto: Andreas Batke)