Monster oder Wunderwerk?

Gerhard Ziebarth

Ein älterer Mann mit Brille und Schiebermütze steht in einer hellen Jacke vor einem mit Ranken bewachsenen Torbogen im Garten eines Wohnhauses. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt ihn frontal vor dem Hintergrund des Gebäudes.

Gerhard Ziebarth

Naturschützer Gerhard Ziebarth findet, die Gigafactory hätte in die Lausitz gehört. (Foto: Andreas Batke)

Monster oder Wunderwerk?

Die Gigafactory von Grünheide

Ein 300 Hektar großes Grundstück, direkt an der Autobahn 10 zwischen den Anschlussstellen Freienbrink und Erkner, hat der US-amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla dem Land Brandenburg für rund 44 Millionen Euro abgekauft. Firmen-Chef Elon Musk lässt dort seine erste europäische Gigafactory für Tesla-Fahrzeuge errichten. Rund eine halbe Million Elektro-Autos jährlich sollen in der ersten Ausbaustufe produziert werden. Uneingeschränkt an die positiven Effekte glaubt Grünheides Bürgermeister Arne Christiani. Eine zusätzliche Autobahnabfahrt, dazu die deutliche Taktverdichtung des Regionalexpress-Halts in Fangschleuse, vielleicht sogar ein neuer Bahnhof. Um die für den Bau des Werkes gefällten Kiefern trauert er nicht: »Wir haben hier eine durch einen rechtskräftigen Bebauungsplan aus dem Landschaftsschutzgebiet entlassene Fläche von Wirtschaftswald.« Der Erkneraner Gerhard Ziebarth von der Interessengemeinschaft Löcknitztal hingegen befürchtet zum Beispiel ein Absinken des Grundwasserspiegels in der Region. Und ihn ärgert das Tempo der Genehmigungsverfahren: »Andere Unternehmen werden sich daran ein Beispiel nehmen«, sagt er, »für den Naturschutz wird es so aber schwerer.« Sascha Gehm, Vize-Landrat in Oder-Spree, sieht Tesla als Gewinn für die Region. »Wir haben schon eine ganze Generation der heute um die 30-Jährigen verloren«, sagt er, »die fehlen heute der Feuerwehr und den Vereinen.« Dazu erhalte der Landkreis eine Industrie, die komplett auf Zukunft gepolt sei.

Wir haben schon eine ganze Generation der heute um die 30-Jährigen verloren.

Tellereisen

Historisches Exponat aus dem Museum Oder-Spree: Ein altes, rostiges Tellereisen aus Metall mit einer zentralen Trittplatte und einem gebogenen Fangbügel, isoliert vor einem weißen Hintergrund präsentiert.

Tellereisen

Tellereisen zum Fangen von Wild aus dem 19. Jahrhundert (Foto: Armin Herrmann)

Lebendfalle

Ein weißer, rechteckiger Kunststoffkasten vor neutralem Hintergrund. An einer Seite ist ein perforiertes Metallgitter mit einem schwarzen Gummistreifen sichtbar, was auf eine Lebendfalle für Amphibien und Reptilien hinweist.

Lebendfalle

Lebendfalle für Amphibien und Reptilien (Foto: Armin Herrmann)

Tesla

Schwarz-Weiß-Aufnahme einer weitläufigen Baustelle mit einem großen Mobilkran, der Bauteile von einem LKW entlädt. Im Hintergrund sind weitere Kräne, Betonpfeiler und ein Waldrand auf dem weitläufigen Gelände zu sehen.

Tesla

Kartenansicht Kahlschlag an der Autobahn: Für TESLA wurde eine Fläche von 90 Hektar Kiefernwald gerodet. (Foto: Andreas Batke)