Oase am Fluss

Kersdorfer Schleuse

Seit 1891 ist die Kersdorfer Schleuse in Betrieb. (Foto: Andreas Batke)

Kersdorfer Schleuse

Kartenansicht Seit 1891 ist die Kersdorfer Schleuse in Betrieb. (Foto: Andreas Batke)

Oase am Fluss

»Die Schleuse war für mich in den 43 Berufsjahren immer wie eine Oase, wo man gern hinfährt«, sagt Schleusenwärterin Regina Waschkowski. Zu DDR-Zeiten gab es elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Zwei-Schicht-System ihren Dienst versahen. »Die Arbeit war damals körperlich schwer, aber auch abwechslungsreich.« Das Öffnen der Tore, das Entkoppeln von Behältern überlanger Schubverbände, Leinenfestmachen und die Abgabenerhebung zählten genauso zum Aufgabenbereich wie die Reinigung des Geländes. Die erste Schleuse in Kersdorf, die sogenannte Südkammer, nahm 1891 als Einkammerschleuse ihren Betrieb auf. Ihre nutzbare Länge betrug 55 Meter. Der Bau der Nordkammer erfolgte 1904. Um größeren Schiffen die Fahrt auf dem Oder-Spree-Kanal zu ermöglichen, wurde 1928 das Tor der Südkammer ersetzt. Dadurch konnte die Schleuse nun auch Schiffe bis zu einer Länge von 67 Metern aufnehmen. Nach dem Mauerfall 1989 ging die Berufsschifffahrt zurück, und auch die Arbeitsweise an der Kersdorfer Schleuse änderte sich. Mit zunehmender Technisierung wurden weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht. »Heute ist es ein Alleinarbeitsplatz mit einem großen Anteil Computerarbeit und wenig persönlichem Kontakt zu den Schiffsführern.« Aktuell passieren rund 20.000 Tonnen an Lasten pro Monat die Schleuse, unter anderem Kies, Papier aus Schwedt und Hüttensand aus Eisenhüttenstadt. »Mir ist aus DDR-Zeiten noch die Zahl von zwei Millionen transportierten Tonnen pro Jahr im Kopf geblieben. Die Berufsschifffahrt auf dem Oder-Spree-Wasserweg ist aufgrund des Niedrigwassers unbeständig.«

Das Potenzial wird aus meiner Sicht leider nicht ausgeschöpft.

Kersdorfer Schleuse

Blick in die sich füllende, alte Schleusenkammer (Foto: Andreas Batke)

Kersdorfer Schleuse

Kartenansicht Blick in die sich füllende, alte Schleusenkammer (Foto: Andreas Batke)

Schiffsmodell

Das Schiffsmodell wurde vom Heimatverein Gosen-Neu-Zittau geliehen (Foto: Bernd Choritz)

Schiffsmodell

Das Schiffsmodell wurde vom Heimatverein Gosen-Neu-Zittau geliehen (Foto: Bernd Choritz)

Zubehör eines Schleusenwärters

Protokollbuch »Besondere Vorkommnisse über Arbeitsschutz und Sicherheit Kersdorf«, 2.6.1958–19.2.1966, Papier/Pappe Verkehrstagebuch, 12.5.2009-5.10.2010, Papier/Pappe, MS=Motorschiff, FG=Fahrgastschiff, MB=Motorboot, PB=Paddelboot, SB=Schubboot Schreibgarnitur mit Löschwippe, 1930er-Jahre, Marmor/ Holz/Texti (Foto: Bernd Choritz)

Zubehör eines Schleusenwärters

Protokollbuch »Besondere Vorkommnisse über Arbeitsschutz und Sicherheit Kersdorf«, 2.6.1958–19.2.1966, Papier/Pappe Verkehrstagebuch, 12.5.2009-5.10.2010, Papier/Pappe, MS=Motorschiff, FG=Fahrgastschiff, MB=Motorboot, PB=Paddelboot, SB=Schubboot Schreibgarnitur mit Löschwippe, 1930er-Jahre, Marmor/ Holz/Texti (Foto: Bernd Choritz)