Die Herrin der Ringe

Yvonne Siedschlag und Katharina Illig

Schwarz-Weiß-Aufnahme von drei Personen vor einem Hubsteiger. Ein Mann steht im Korb, während zwei Frauen davor auf dem Weg stehen.

Yvonne Siedschlag und Katharina Illig

Yvonne Siedschlag (M.) und Katharina Illig sind mit schwerem Gerät im Einsatz. (Foto: Andreas Batke)

Die Herrin der Ringe

Ein Auge auf den Weißstorch

Yvonne Siedschlag ist ehrenamtliche Vogelberingerin. Seit drei Jahren überwacht und erfasst sie den Weißstorchbestand im Altkreis Luckau. Übernommen hat die Förstertochter das Ehrenamt von der 78-jährigen Katharina Illig. »Beringerin bin ich seit 1973«, erzählt diese, »und mit den Störchen fing das erst 1986 an.« Storch, Kranich, Kuckuck und viele weitere: Sie alle gehören zu den 100 Millionen Zugvögeln, die jeden Herbst oder früher ihre Brutgebiete in Deutschland verlassen und Richtung Süden ziehen. Vögel kennen dabei keine Grenzen und nisten sowohl im Landkreis Dahme-Spreewald als auch in Oder-Spree. Das Gebiet der beiden Ornithologinnen erstreckt sich über 703 Quadratkilometer im Altkreis Luckau bis ins Städtchen Dahme und in Sonderfällen auch in den Landkreis Oder-Spree. Das wichtigste Mittel zur Erfassung und Überwachung von Zugvögeln ist die Beringung. »Das ist der Personalausweis für den Vogel«, betont Katharina Illig. Bei der Größe ihres Gebietes sind die beiden Beringerinnen auf die Hilfe der Menschen aus den Dörfern angewiesen. Sie informieren die Ornithologinnen bei Veränderungen und Problemen. Im März und April zum Beispiel kommen die Störche hier an, bauen ihre Nester, brüten und bleiben bis Ende August, bevor es dann wieder Richtung Süden geht. Yvonne Siedschlag weiß, dass »auch bei den Störchen mittlerweile ein, zwei das ganze Jahr hierbleiben«. Katharina Illig ergänzt: »Das ist natürlich energiesparend, wenn hier kein Schnee mehr liegt und sie Futter finden. Warum sollten sie wegfliegen?« Schuld daran, dass die Störche früher kommen und teilweise ganzjährig bleiben, ist der Klimawandel. Da sind sich die beiden einig.

Der Ring ist der Personalausweis für den Vogel.

Luckau

Eine lächelnde Person hält vorsichtig einen jungen Weißstorch in einem Storchennest fest, während ein zweiter Jungvogel daneben sitzt. Die schwarz-weiße Aufnahme dokumentiert die Beringung oder Untersuchung der Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum.

Luckau

Kartenansicht Katharina Illig ist seit 1973 Beringerin. (Foto: Andreas Batke)

Junge Störche

Schwarz-Weiß-Aufnahme von zwei jungen Störchen, die eng beieinander in einem Pappkarton liegen, der mit etwas Stroh und Zweigen ausgelegt ist.

Junge Störche

Junge Störche in einer Kiste: Die Vögel stellen sich tot, wenn Menschen in ihre Nähe kommen. (Foto: Andreas Batke)

»Weißstorch« Präparat

Präparat eines Weißstorchs im Museum Oder-Spree. Der Vogel steht auf einem dunklen Holzsockel, hat das Gefieder weiß und schwarz gefärbt, lange rote Beine und einen roten Schnabel, während er die Flügel weit ausgebreitet hält.

»Weißstorch« Präparat

Präparat »Weißstorch (Ciconia ciconia)« (Foto: René Arnold)

Beringung und Beringungszange

Eine Vogelberingungszange mit roten Griffen liegt neben einem gelben Kunststoffring mit der Aufschrift Hiddensee X0T99 und einem kleinen, metallenen Vogelring mit der Prägung 8428 vor einem weißen Hintergrund.

Beringung und Beringungszange

Beringung XOT99 (Hiddensee) seit 2021 und Beringungszange 03042 2-Loch (Foto: René Arnold)

Alte Beringung CA018428

Eine Sammlung von verschiedenen Vogelringen aus Metall und Kunststoff, die zur wissenschaftlichen Vogelberingung verwendet werden. Die Ringe tragen eingravierte Nummern und Herkunftsbezeichnungen wie 'Germania' oder 'Stockholm'.

Alte Beringung CA018428

Beringung vor 1990 (Foto: René Arnold)