»Wir wohnen zusammen«

Helene Tews

Eine freundliche Mitarbeiterin steht hinter dem Verkaufstresen des Magazins Druschba. Im Hintergrund sind Regale mit verschiedenen Waren, darunter Flaschen und Spielzeug, zu sehen. Auf dem Tresen liegen ein Abakus und ein Kassensystem.

Helene Tews

Helene Tews in ihrem магазин Дружба (Foto: Andreas Batke)

»Wir wohnen zusammen«

Aus der Kirgisischen Sowjetrepublik nach Eisenhüttenstadt

Helene Tews’ Weg nach Eisenhüttenstadt beginnt in der Kirgisischen Sowjetrepublik. Dort ist sie geboren. Ihr Vater wurde noch in der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen geboren. » Alle sprachen dort deutsch.« Aber 1941, als Hitler die Sowjetunion überfällt, wird die Republik aufgelöst und die deutschsprachige Bevölkerung von der Wolga nach Osten deportiert. Nach Sibirien, Kasachstan, Kirgisien. Dort treffen sich Helenes Eltern. Später ziehen sie mit der Zehnjährigen nach Нововаршавка in der Омская область. »Ich bin in einem Dorf aufgewachsen, in dem alle russisch sprachen. Nur zuhause haben meine Eltern deutsch gesprochen. Mein Bruder hat es auch noch gelernt – ich nicht.« »Der Krieg war immer ein Thema. Wir waren Deutsche, wir waren die Faschisten«, erzählt Helene Tews. Das begleitet sie. Aber nach der Wende gibt es eine Chance. Deutschland öffnet die Grenze für Russlanddeutsche. 1992 packt auch die Familie von Helene Tews. Sie sind zu zwölft. Helene, ihr Mann, drei Kinder. Ihr Bruder, seine Frau, drei Kinder. Ihre Eltern. Sie kommen unter, wo man sie hinschickt, weil dort Platz ist: Bärenstein im Erzgebirge, Peitz, Ernst-Thälmann-Siedlung (Ziltendorf). »Die Sprache war eine Hürde. Viele von unseren Leuten konnten nicht mehr in ihren Berufen arbeiten. Sowjetische Lehrer gingen putzen, als sie nach Deutschland kamen.« Helene Tews aber hat Glück: Ihr Mann findet Arbeit. Eine Firma stellt ihn als Baggerfahrer ein. »Nach einem Jahr haben wir dann eine Wohnung in Eisenhüttenstadt bekommen. Fünf Jahre später haben wir in Vogelsang Land gekauft und gebaut. Selber.« Ihr магазин дружба – Russischer Spezialitätenhandel eröffnet Helene Tews 2013 auf der Lindenallee. Die Lage ist gut. Aber die Fläche winzig. Im Wohnkomplex 6 ist sie jetzt näher an der Kundschaft.

Die Sprache war eine Hürde.

Eisenhüttenstadt

Schwarz-Weiß-Aufnahme der Fassade des Magazin Druschba, eines Ladens für russische Spezialitäten, mit Schaufensterbeschriftungen, Souvenir-Hinweisen und einer geöffneten Eingangstür unter einem modernen Glas- und Metalldach.

Eisenhüttenstadt

Kartenansicht Blick auf das магазин дружба (Foto: Andreas Batke)

Eisenhüttenstadt

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines großen Außenmosaiks mit zwei Kosmonauten im Weltraum. Daneben geht eine Person mit Regenschirm auf einem gepflasterten Weg, umgeben von Bäumen und einer modernen Architektur im Hintergrund.

Eisenhüttenstadt

Kartenansicht Hat die Zeit überdauert: Mosaik »Weltall, Erde, Mensch« im Wohnkomplex 6 in Eisenhüttenstadt (Foto: Andreas Batke)

Kugeltopf

Ein historisches, bauchiges Tongefäß mit einer leicht nach außen gewölbten Öffnung vor weißem Hintergrund. Die Oberfläche des archäologischen Fundstücks ist grau-braun, uneben und weist altersbedingte Gebrauchsspuren auf.

Kugeltopf

Kugeltopf aus dem 13./14. Jahrhundert (Foto: René Arnold)

Schaumwein Flasche

Zwei Flaschen Sekt, eine von Krimskoye und eine von Sowetskoye, stehen neben einer Dose mit blauem Etikett. Die Flaschen haben goldene Kapseln und sind auf einem weißen Hintergrund platziert.

Schaumwein Flasche

Schaumwein und Kondensmilch aus der Büchse (Foto: René Arnold)