Dem Wild zur Ehre
Horst Wilde
Horst Wilde
Horst Wilde hat das Jagdhornblasen von der Pieke auf gelernt. (Foto: Andreas Batke)
Dem Wild zur Ehre
»Jägersleut versammelt euch, ich hab‘ euch was zu sagen!« So lautet der Text zu einem der Jagdhornsignale, die die Jäger in ganz Deutschland blasen – ein Bestandteil des jagdlichen Brauchtums. Ein einfaches Jagdhorn – meistens handelt es sich um ein sogenanntes Fürst-Pless-Horn – ist ein trichterförmiges Messingrohr, das sich in der Mitte kreisförmig windet. An der einen Seite sitzt das Mundstück, an der anderen weitet sich der Trichter. Weil es keine Ventile besitzt, kann der Jäger oder die Jägerin auf dem Jagdhorn nur fünf »Naturtöne« hervorbringen. Für die Kommunikation auf der Jagd muss das reichen. Horst Wilde fing 1978 an mit der Jagd. Dass er auch mit dem Jagdhornblasen begann, lag daran, dass die Jagdhornbläser aus den frühen Jahren immer älter wurden und viele aufhörten. »Wenn man alt wird, kann man nicht mehr so gut blasen.« Auch änderte sich nach der Wende die Organisation der Jagd. Es gibt nun Jagdgenossenschaften, denen die Jäger eine Jagdpacht zahlen. Horst Wilde pachtete mit anderen Jägern das Revier Giesensdorf/Wulfersdorf. »Wir sind auf Jagden gewesen, da sind wir zusammengekommen und wieder auseinandergelaufen wie eine Horde Räuber«, erzählt er. In seinen Augen ging das so nicht. »Man kann nicht eine Jagd machen und das Wild hinlegen, und es wird nicht vernünftig geehrt und verblasen.« Aus diesem Grund belegte Wilde einen Lehrgang und lernte von der Pieke auf das Jagdhornblasen. Nach und nach fand sich wieder eine Handvoll Jagdhornbläser. Seither kann bei den größeren Jagden wieder das Wild geehrt werden, wie es der Brauch will.
Wenn man alt wird, kann man nicht mehr so gut blasen
Giesensdorf
Giesensdorf
Kartenansicht Im Revier Giesensdorf/Wulfersdorf hat sich wieder eine Handvoll Jagdhornbläser zusammengefunden. (Foto: Andreas Batke)
Ständer
Ständer
Um 1900, Herkunft unbekannt, Altkreis Beeskow-Storkow, Geweih (Damwild)/Holz/Eisen, verschraubt, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)
Horn
Horn
Fürst-Pless-Horn in B – Nach 1990, Fa. Dotzauer, Karlstadt, teilversilbertes Messing/ Leder, Hornfessel (Trageriemen) mit Hornfesselspange in Silber, Leihgeber: Horst Wilde, Giesensdorf (Foto: Bernd Choritz)