Erfüllte Stille
Oliver Peters
Oliver Peters
Oliver Peters hat sich schon als Jugendlicher für das Spirituelle interessiert. (Foto: Andreas Batke)
Erfüllte Stille
Wer das Sukhavati betritt, betritt einen Ort der Gemeinschaft. Ein Haus, das vieles vereint: Hospiz und Pflegeheim, buddhistisches Meditationszentrum, Café und Garten. Schlicht, großzügig, lichtdurchflutet. Das Haus steht in Bad Saarow direkt am See und ist so konzipiert, dass seine Bewohner aus jedem Zimmer aufs Wasser blicken können. Acht Zimmer im Erdgeschoss sind fürs Hospiz reserviert, 27 weitere für Pflegebewohner. Dass es das Sukhavati gibt, liegt an einer weiblichen Großspenderin, die anonym bleiben will. Sie verlor einst ihren Mann auf der Intensivstation. »Sie fand das lebensunwürdig«, erzählt Oliver Peters. »Sie wollte, dass das Tibetische Buch vom Leben und Sterben nicht nur gelesen, sondern gelebt wird.« Also lässt sie das Haus bauen. Die laufenden Kosten tragen Krankenkassen und Spender. Doch auch wer wenig hat, soll nicht ausgeschlossen werden: Das Sukhavati will ein Ort für alle sein, nicht nur für die, die es sich leisten können. Peters koordiniert im Sukhavati das Ehrenamt und die Abteilung »spiritual care«, leitet Meditationen an, begleitet Sterbende. Für ihn ist der Tod kein Endpunkt, sondern ein Weg. Im tibetischen Buddhismus durchläuft der Geist Bardos, Zwischenzustände, die 49 Tage dauern können. »Im Sterben verlieren wir den Körper, das Hören aber bleibt. Deshalb lesen wir den Sterbenden vor.« Jeden Mittwoch versammeln sich Mitarbeitende und Ehrenamtliche, um Kapitel aus dem Tibetischen Buch vom Leben und Sterben vorzulesen. »Befreiung durch Hören«, nennt Peters das.
Es gibt viele, die Stille suchen, aber nicht wissen, wie
Bad Saarow
Bad Saarow
Kartenansicht Auch die Abend-Meditation im Sukhavati ist über Zoom zu besuchen. (Foto: Andreas Batke)
Bad Saarow
Bad Saarow
Kartenansicht Das Sukhavati steht in Bad Saarow direkt am See uns ist so konzipiert, dass seine Bewohner aus jedem Zimmer aufs Wasser blicken können. (Foto: Andreas Batke)
Gong
Gong
Gong (Buddha Feet Singing Bowl) mit Schlägel – Nach 2000, Nepal, Metall-Legierung/Holz/Kunstfell, gegossen und graviert, Leihgeber: Oliver Peters, Sukhavati – Zentrum für Spiritual Care, Bad Saarow (Foto: Bernd Choritz)
Grablampe
Grablampe
Grablampe – 19. Jahrhundert, Herkunft unbekannt, Zinkblech/Glas, z. T. rot gefärbt, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)