Das große Buddeln

Fritz-Walter Peter

Schwarz-Weiß-Porträt eines Mannes in Arbeitskleidung und Kappe, der auf einem ländlichen Hofgelände vor alten Wirtschaftsgebäuden und einem Silo steht. Das Bild dokumentiert das Leben und Arbeiten in der Region Oder-Spree.

Fritz-Walter Peter

Fritz-Walter Peter ist seit mehr als drei Jahrzehnten Geschäftsführer der Peter & Gutke GbR. Zu den Geschäftsfeldern des Agrarbetriebes gehören auch Kartoffeln. (Foto: Andreas Batke)

Das große Buddeln

Hunderttausende Kartoffeln warten auf den Feldern zwischen den Dörfern Philadelphia und Groß Schauen nahe Storkow an den letzten Spätsommertagen darauf, ans Licht geholt zu werden. Und das geschieht dort auf eine recht ungewöhnliche Weise: Die Kunden graben einen Großteil der Kartoffeln im Rahmen eines Festwochenendes selbst aus. Der eine nimmt da ein halbes Kilogramm mit, andere tragen schon mal 600 Kilogramm Knollen in Säcken davon. Bezahlt werden muss selbstverständlich auch, beim Erfinder des »großen Kartoffelbuddelns von Philadelphia«: Fritz-Walter Peter, seit mehr als drei Jahrzehnten Geschäftsführer der Peter & Gutke GbR. Sechs Beschäftigte und rund 400 Hektar Land gehören dazu. Kartoffeln: »Die machen wir schon immer«, sagt Peter. Das ist alles andere als selbstverständlich. Denn gleichwohl die Knolle traditionell zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in der Region gehört und seit mehr als 200 Jahren als fester Bestandteil der märkischen Landwirtschaft gilt, ist der Anbau stark rückläufig. Die Peter & Gutke GbR baut heute noch auf rund 12 Hektar Kartoffeln an. Bis zu 40.000 Kilogramm kann sie bei guten Bedingungen pro Hektar ernten. Die größte Menge wird dabei Ende September an einem einzigen Wochenende verkauft: Das »große Buddeln« hat Philadelphia und Groß Schauen nicht nur weit über die Region hinaus bekannt gemacht, längst ist es auch eine wichtige Einnahmequelle für die Peter & Gutke GbR. Und so etwas wie Brauchtumspflege für gleich mehrere Dörfer: So fahren die Schlepperfreunde Philadelphia die Kartoffelausbeute der Gäste zur Waage und zeigen historische Ernte-Technik, während die Landfrauen Kaffee und selbstgebackenen Kuchen anbieten.

Jedes Jahr ist anders, aber die Veränderung des Klimas ist schon zu merken.

Philadelphia

Ein historisch gekleideter Darsteller in preußischer Uniform mit Zweispitz steht auf einem Feld und hält zwei Windhunde an der Leine. Im Hintergrund sind weitere Menschen auf einer Wiese zu sehen.

Philadelphia

Kartenansicht Lutz Werner ist als »Alter Fritz« beim Kartoffelbuddeln dabei und verliest den historischen Kartoffelbefehl. (Foto: Andreas Batke)

Kartoffelhack und Korb

Ein historischer, dunkelbrauner Weidenkorb mit zwei Henkeln, in dem eine alte Gartenhacke mit einem hölzernen Stiel und einer dreizinkigen Metallklinge liegt. Das Exponat steht vor einem neutralen, weißen Hintergrund.

Kartoffelhack und Korb

Kartoffelhack und Korb, 20. Jh. (Foto: Armin Herrmann)

Kartoffelhacke

Ein historisches landwirtschaftliches Handwerkzeug mit drei geschwungenen Metallzinken und einem kurzen, abgenutzten Holzgriff vor weißem Hintergrund, ausgestellt als Beispiel für traditionelle Garten- oder Feldarbeit.

Kartoffelhacke

Kartoffelhacke, 20. Jh. (Foto: Armin Herrmann)

Blaubeerkamm

Historisches landwirtschaftliches Handwerkzeug aus Holz und Metall, ein sogenannter Heidelbeerkamm mit kammartigen Zinken zum Ernten von Beeren, vor weißem Hintergrund.

Blaubeerkamm

Blaubeerkamm, 20. Jh. (Foto: Armin Herrmann)