Tankstelle im Niemandsland

Żytowań/Coschen

Die Brücke »Neißewelle« (Foto: Andreas Batke)

Żytowań/Coschen

Kartenansicht Die Brücke »Neißewelle« (Foto: Andreas Batke)

Tankstelle im Niemandsland

Über die Brücke muss Katarzyna Niemców nicht fahren, um zur Arbeit zu kommen. »Ich komme aus Lubsko«, sagt die junge Frau. «Das sind 23 Kilometer bis hierher.« Lubsko ist eine kleine Stadt in der Woiwodschaft Lebuser Land. Der Krieg brachte die Grenze in die Nähe von Lubsko. Und die Grenze verhalf, sehr viel später, Katarzyna Niemców zu einem Job. Seit fünf Jahren ist sie so etwas wie die geschäftsführende Mitarbeiterin der Tankstelle »Power« im polnischen Grenzdorf Żytowań. Wer die Tankstelle besucht, beobachtet an den Zapfsäulen meist Fahrzeuge mit deutschen Kennzeichen. LOS. EH. BSK. GUB. SPN. Und die Kunden aus Polen? Es gibt sie, beteuert Katarzyna Niemców. »Inzwischen machen die Polen ein Fünftel unserer Kundschaft aus.« 40 Kilometer lang ist die Grenze des Landkreises Oder-Spee zu Polen. Doch lange Zeit führte im Landkreis keine Brücke über Oder oder Neiße. Statt großer Lösungen gab es im November 2014 eine kleine. Eine 101 Meter lange Brücke über die Lausitzer Neiße, kurz bevor diese in Ratzdorf in die Oder mündet. »Wir sind kein Sackgassen-Dorf mehr«, freute sich Edmund Henze, Ortsvorsteher von Coschen, im Gespräch mit der Märkischen Oderzeitung, da war der Übergang schon drei Jahre in Betrieb, die Euphorie verflogen. Freundschaften oder Bekanntschaften seien zwischen Coschen, dem Grenzdorf auf der deutschen Seite der Neiße, und dem zweieinhalb Kilometer entfernten polnischen Żytowań nicht entstanden. Mit 1.000 Fahrzeugen am Tag hatte der Landkreis Oder-Spree gerechnet. 2018 waren es etwa ein Fünftel davon. Dabei hat der Bau der 14 Meter breiten »Neißewelle« 5,46 Millionen Euro gekostet. 85 Prozent der Baukosten hat die Europäische Union zugeschossen. Viel Geld für eine Verbindung, die kaum einer nutzt. Es sei denn zum Tanken bei »Power«.

Am Anfang haben wir uns gefragt, (…) ob überhaupt Kunden kommen.

Tankstelle »Power«

Zwischen Deutschland und Polen liegt die Tankstelle »Power« (Foto: Andreas Batke)

Tankstelle »Power«

Kartenansicht Zwischen Deutschland und Polen liegt die Tankstelle »Power« (Foto: Andreas Batke)

Vorsicht Stoppschild!

Peter und Anke Boldt, Phil Kusche

Phil Kusche (r.) soll die Fahrschule eines Tages übernehmen. (Foto: Andreas Batke)

Peter und Anke Boldt, Phil Kusche

Phil Kusche (r.) soll die Fahrschule eines Tages übernehmen. (Foto: Andreas Batke)

Vorsicht Stoppschild!

Anke Boldt ist die Frau des Chefs. Ihr Mann, Peter Boldt, ist seit fast 25 Jahren Inhaber der Fahrschule Boldt in Gosen-Neu Zittau. 2004 lernte er über das Internet Anke kennen, sie verliebten sich, heirateten. Und er sagte: »Kannst Fahrlehrerin werden und bei mir anfangen.« Mit ihrer Entscheidung brach sie in eine Männerdomäne ein, denn Fahrschullehrerinnen sind immer noch selten. Um heute einen Führerschein zu erlangen, muss man relativ tief in die Tasche greifen. 2.500 bis 3.000 Euro sind die Regel. Als Anke Boldt 2006 als Fahrschullehrerin anfing, lagen die Preise noch zwischen 800 und 900 Euro. Mehr als 2.500 Fahrschüler aus Berlin und Brandenburg haben bisher in der Fahrschule Boldt das Fahren erlernt und den Führerschein erworben – hauptsächlich für Pkw, Motorräder und Pkw-Anhänger. Nicht nur die Preise haben sich in den 19 Jahren ihrer Fahrschul-Zeit verändert, auch die Kunden. »Es ist schon auffällig, wie unkonzentriert heutzutage junge Menschen fahren«, beobachtet Anke Boldt. Manche hätten auch motorische Schwierigkeiten, könnten nicht lenken und hätten Mühe, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun: auf die Verkehrsschilder zu achten, zu blinken, zu schalten oder zu bremsen. »Früher waren solche Defizite die Ausnahme, heute sind sie fast die Regel.« Phil Kusche ist erst seit Juni 2023 Fahrschullehrer. Ab 2025 soll er das Unternehmen der Boldts übernehmen und sein eigener Chef werden. Phil Kusche macht seinen Job gern, »auch weil ich fast nur mit jungen Leuten zu tun habe. Ich lerne ständig neue Menschen kennen, kann ihnen was beibringen, wir arbeiten gemeinsam an einem Ziel – dem Führerschein.«

Es ist schon auffällig, wie unkonzentriert heutzutage junge Menschen fahren.

Gosen-Neu Zittau

Schulterblick von Anke Boldt (Foto: Andreas Batke)

Gosen-Neu Zittau

Kartenansicht Schulterblick von Anke Boldt (Foto: Andreas Batke)

Fahrschulautos sind für alles gerüstet

Anke Boldt bei ihrer Arbeit (Foto: Andreas Batke)

Fahrschulautos sind für alles gerüstet

Kartenansicht Anke Boldt bei ihrer Arbeit (Foto: Andreas Batke)

Führerschein von 1925

Führerschein von Bruno Alfred Walter Schüßler, geboren am 8. Juni 1901 in Schönebeck, wohnhaft in Magdeburg, Elsässer Straße 22, Papier, Leihgeber: Sebastian Schüßler, BerlinSchüßler, Berlin

Führerschein von 1925

Führerschein von Bruno Alfred Walter Schüßler, geboren am 8. Juni 1901 in Schönebeck, wohnhaft in Magdeburg, Elsässer Straße 22, Papier, Leihgeber: Sebastian Schüßler, Berlin

Hilfsspiegel

2024, Firma ANBOO, um 360 Grad verstellbar, mit selbstklebendem Aufkleber, zum Erfassen des Toten Winkels, werden an die Rückspiegel montiert, ABS/verspiegeltes Kristallglas/ Kunststoff, Sammlung: museum oder-spree

Hilfsspiegel

2024, Firma ANBOO, um 360 Grad verstellbar, mit selbstklebendem Aufkleber, zum Erfassen des Toten Winkels, werden an die Rückspiegel montiert, ABS/verspiegeltes Kristallglas/ Kunststoff, Sammlung: museum oder-spree

ELAN-Fahrtrainer

Alter Fahrtrainer von 1966 bis 1989 vom Verkehrskombinat Karl-Marx-Stadt (Foto: Bernd Choritz)

ELAN-Fahrtrainer

Alter Fahrtrainer von 1966 bis 1989 vom Verkehrskombinat Karl-Marx-Stadt (Foto: Bernd Choritz)

Wer länger fährt, fährt besser

Heiko Boschan

Heiko Boschan (Foto: Andreas Batke)

Heiko Boschan

Heiko Boschan (Foto: Andreas Batke)

Wer länger fährt, fährt besser

Die Werkstatt »Autodienst Görsdorf« hat Heiko Boschan im Jahr 2005 gemeinsam mit zwei Kollegen gegründet – eine typenoffene Kfz-Werkstatt für Pkw und Transporter bis 3,5 Tonnen. Noch in der DDR hatte er Kfz-Schlosser und Karosseriebauer gelernt, arbeitete nach der Wende in einem Beeskower Autohaus, machte seinen Meister und baute dann die eigene Werkstatt in Görsdorf auf. Sohn Denny stieg im Jahr 2010 mit ein. »Es gibt Werkstätten«, erzählt dieser, »die nur Teile wechseln. Das Auto ruckelt, die Motorlampe leuchtet, dann lesen die den Fehlercode aus und bestellen das entsprechende Teil – obwohl es nicht immer defekt ist.« Seine Überzeugung ist: Man muss erst schauen und messen, sich in die Sache vertiefen und den Fehler suchen. Ein Auto soll in den Augen von Heiko und Denny Boschan so hergestellt sein, dass man es reparieren kann. Ein gutes Auto lässt sich, wenn man es gut wartet, viele Jahre lang erhalten – 20 Jahre lang und weit länger. So ist ihr Verständnis von Nachhaltigkeit. Das E-Auto, so wie man es heute baut, kommt beiden Boschans nicht besonders ökologisch vor. Schon der verbauten Rohstoffe wegen. Vor allem aber fehlt ihnen, so wie sich die Entwicklung bisher abzeichnet: die Langlebigkeit. Um Mobilität mit Umweltschutz in Einklang zu bringen, fänden sie sinnvoller, Verbrennerautos so weiterzuentwickeln, dass ihre Haltbarkeit steigt, statt sinkt, und Filteranlagen zu verbessern. Nicht zuletzt bräuchte es auf dem Land eine aufeinander abgestimmte Taktung des Arbeitsbeginns von Firmen, Läden, Praxen, Schulen, Kindergärten und einem Öffentlichen Nahverkehr.

Die Elektronik macht die Reparaturen teuer.

Denny Boschan

Für Denny Boschan gehört die Fehlersuche zum Job dazu. (Foto: Andreas Batke)

Denny Boschan

Für Denny Boschan gehört die Fehlersuche zum Job dazu. (Foto: Andreas Batke)

Görsdorf

Beim Autodienst »Görsdorf« wird ein Wagen unter die Lupe genommen. (Foto: Andreas Batke)

Görsdorf

Kartenansicht Beim Autodienst »Görsdorf« wird ein Wagen unter die Lupe genommen. (Foto: Andreas Batke)

BOSCH 0 124 225 018 Lichtmaschine

Nach 1990, Ersatzteil der Fa. Bosch, wurde noch in den 1990er-Jahren repariert bzw. regeneriert, wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um (Erzeuger von Strom), 17 Volt, 70 Ampere, Aluminiumguss/ Kunststoff/Eisen/ Kupferdraht, Leihgeber: Auto Dienst Görsdorf GmbH (Foto: Bernd Choritz)

BOSCH 0 124 225 018 Lichtmaschine

Nach 1990, Ersatzteil der Fa. Bosch, wurde noch in den 1990er-Jahren repariert bzw. regeneriert, wandelt mechanische Energie in elektrische Energie um (Erzeuger von Strom), 17 Volt, 70 Ampere, Aluminiumguss/ Kunststoff/Eisen/ Kupferdraht, Leihgeber: Auto Dienst Görsdorf GmbH (Foto: Bernd Choritz)

Valeo Anlasser

Nach 1990, Ersatzteil der Fa. Valeo, wurde noch in den 1990er-Jahren repariert bzw. regeneriert, wandelt elektrische Energie aus der Batterie in mechanische Energie um, um den Motor zu starten, 12 Volt, Aluminiumguss/Eisen, Leihgeber: Auto Dienst Görsdorf GmbH (Foto: Bernd Choritz)

Valeo Anlasser

Nach 1990, Ersatzteil der Fa. Valeo, wurde noch in den 1990er-Jahren repariert bzw. regeneriert, wandelt elektrische Energie aus der Batterie in mechanische Energie um, um den Motor zu starten, 12 Volt, Aluminiumguss/Eisen, Leihgeber: Auto Dienst Görsdorf GmbH (Foto: Bernd Choritz)

Petroleumkanne

Um 1900, Haushalt J. Rehberg, Beeskow, Metall, rot lackiert, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

Petroleumkanne

Um 1900, Haushalt J. Rehberg, Beeskow, Metall, rot lackiert, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

Ölkanne

Ölkanne, Um 1900, Metall, rot lackiert, Herkunft unbekannt, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

Ölkanne

Ölkanne, Um 1900, Metall, rot lackiert, Herkunft unbekannt, Sammlung: museum oder-spree (Foto: Bernd Choritz)

Anker und Motor der Satdt

Hans-Jürgen Woldt

Hans-Jürgen Woldt hat selbst im Werk gearbeitet. (Foto: Andreas Batke)

Hans-Jürgen Woldt

Hans-Jürgen Woldt hat selbst im Werk gearbeitet. (Foto: Andreas Batke)

Vom Motor zum Auslaufmodell

Mehr als 80 Jahre lang war Fürstenwalde auf das Engste mit der Reifenproduktion verbunden. Geht es nach dem derzeitigen Eigner des Reifenwerkes, dem US-amerikanischen Unternehmen Goodyear, wird diese wegen anhaltender Schwierigkeiten auf dem Kautschukreifenmarkt 2027 eingestellt. In einem Betrieb, der zu DDR-Zeiten bis zu 4.500 Beschäftigte zählte, werden es dann (Stand Mitte 2024) noch 222 sein. Zum Jahrestag der Gründung der Deka GmbH, Werk 2 Ketschendorf – dem Ursprung des Großbetriebes – hat Hobby-Heimatforscher Hans-Jürgen Woldt unter dem Titel »Profilspuren – 80 Jahre Reifenwerk Fürstenwalde« ein Buch geschrieben. Er selbst hat von 1977 bis 1994 bei Pneumant (Pneu von Luft und Mantille für Mantel) gearbeitet. Die Entwicklung des Standortes geht auf die jüdische Familie Hirschmann zurück. Diese hatte sich für die Erweiterung ihres Kabelwerkes an der Boxhagener Straße in Berlin, die »Deutsche Kabelwerke AG« (Deka), mangels Industrieflächen in der Metropole ins Umland begeben. Ab 1933 drängten die Nationalsozialisten die Hirschmanns aus ihrer Firma. 1937 begann der Bau einer Produktionsstätte für die Herstellung von Reifen sowie Gummierzeugnissen für Panzer und Artilleriegeschütze. 1946 wurde mit dem Befehl Nr. 84 der Sowjetischen Militäradministration der Wiederaufbau als Volkseigener Betrieb (VEB) in Gang gesetzt. Für die folgenden vier Jahrzehnte war das Reifenwerk nicht nur größter Arbeitgeber der Stadt, es hat auch das gesellschaftliche Leben, vor allem in Süd, geprägt. Die komplette Neuorganisation des Alltags nach 1989 nennt Woldt dann »den Einschnitt überhaupt«. Das Reifenwerk war wie eine Stadt in der Stadt. Alles, was nicht unmittelbar zur Produktion gehörte, wurde aufgegeben – ob betriebliche Kitas, Lehrlingswohnheim, Betriebswohnungen, Ferienheim, Ausbildungsstätten, ärztliche Betreuung, Sport- und Kultureinrichtungen.

Das Reifenwerk war (…) sozialer Anker sowie Motor in der Stadt.

Pneumant Fürstenwalde

Eingang zum Werksgelände mit Unterschriftenlisten für den Standorterhalt (Foto: Andreas Batke)

Pneumant Fürstenwalde

Kartenansicht Eingang zum Werksgelände mit Unterschriftenlisten für den Standorterhalt (Foto: Andreas Batke)

»Designed for the Future« II

Roman Rauch

Roman Rauch im Protestcamp neben der Tesla-Fabrik (Foto: Andreas Batke)

Roman Rauch

Roman Rauch im Protestcamp neben der Tesla-Fabrik (Foto: Andreas Batke)

»Designed for the Future« II

Ob Tesla die Zukunft tatsächlich bringt – oder im Gegenteil, diese Frage spaltet nicht nur Grünheide. Den Menschen, die seit Beginn des Jahres 2024 im Wald neben der Fabrik campen, macht das Szenario eher Angst: Rodungen, Baugenehmigungen und eine hochgezogene Fabrik in Rekordgeschwindigkeit. Eine Highspeed-Fahrzeugherstellung am Rande der menschlichen Leitungsfähigkeit für ein Elektroauto, das knapp 50.000 Euro kostet. Elon Musk, das ist die menschliche Inkarnation eines Kapitalismus, der die Menschen krankmacht, glauben die etwa 70 Personen, die auf rund 20 Baumhäusern und in Zelten leben. Sie besetzen das Waldstück, das an das Werk angrenzt, um seine Erweiterung zu verhindern. Einer der Aktivisten ist Roman Rauch. Im Camp kümmert er sich um die Öffentlichkeitsarbeit: Er macht Bilder, informiert, spricht mit Spaziergängern und versucht in die Gemeinde zu vermitteln, warum sie hier sind. »Natürlich braucht es Technik, natürlich braucht es Innovationen. Aber halt nicht in der Form.« Die Form, damit meint Rauch den Hyperkapitalismus – »immer schneller, immer höher, immer weiter«. Tesla ist für die Protestierenden nur ein Beispiel für ein Wachstum mit Ellenbogen, Ausbeutung von Arbeitskräften und Ressourcen. Die Aktivist:innen verknüpfen den Widerstand weltweit – damit Unternehmen so etwas einfach nicht machen dürfen, egal ob in Chile, in China oder Grünheide. Revolution statt Reform, sagt Rauch. In Grünheide haben sie dafür die Bürgerinitiative und mehrere Umweltverbände an ihrer Seite.

Natürlich braucht es (…) Innovationen. Aber halt nicht in der Form.

Protestcamp im Wald bei Tesla

Aktivist:innen besetzen den Wald bei Tesla seit Anfang 2024.

Protestcamp im Wald bei Tesla

Kartenansicht Aktivist:innen besetzen den Wald bei Tesla seit Anfang 2024.

Grünheide

Demonstrationen von Gegnern des geplanten Tesla-Ausbaus: Bei einer Bürgerbefragung Anfang 2024 hatte eine Mehrheit der Grünheider:innen gegenm die Werkserweiterung gestimmt. (Foto: Andreas Batke)

Grünheide

Kartenansicht Demonstration gegen den geplanten Tesla-Ausbau: Bei einer Befragung Anfang 2024 hatte eine Mehrheit der Grünheider:innen gegen die Werkserweiterung gestimmt. (Foto: Andreas Batke)

»Tesla stoppen«

Protestbanner von Roman Rauch (Foto: Bernd Choritz)

»Tesla stoppen«

Protestbanner von Roman Rauch (Foto: Bernd Choritz)

»Designed for the Future« I

Albrecht Köhler

Albrecht Köhler hat den Bau der Tesla-Fabrik mit der Kamera begleitet. (Foto: Andreas Batke)

Albrecht Köhler

Albrecht Köhler hat den Bau der Tesla-Fabrik mit der Kamera begleitet. (Foto: Andreas Batke)

»Designed for the Future« I

Albrecht Köhler ist vom US-Autobauer Elon Musk fasziniert. Etwa zeitgleich zur Tesla-Ansiedlung in Grünheide hat er den Verein »GrünheideForFuture« gegründet. »Ein Presse- und Öffentlichkeitsarbeitsteam, das sich darum kümmert, die Leute hier ordentlich mitzunehmen, gab es nicht«, sagt er – und nimmt die Aufgabe selbst in die Hand. Mit der Kamera pirscht er am Gelände der Gigafactory entlang. Seine Drohne segelt über die Baustelle. Köhler wertet Satellitenbilder, Dokumente und Baupläne aus und lädt sie mit 14.015 Fotos für alle frei zugänglich hoch. Sein Anliegen ist es, »die Dinge von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren«. »Ich habe ein großes Interesse daran, dass Grünheide wächst und gedeiht«, sagt Köhler. Er möchte, dass seine Kinder eine gute Ausbildung in der Region finden und Strukturen, die Innovationen und kluge Köpfe hervorbringen. Und ihm liegt die Energiewende am Herzen, er glaubt an die Elektromobilität. Im Camp der Aktivisten, die gegen den Weiterbau der Fabrik protestieren, war Köhler noch nie. Er befürchtet verhärtete Fronten. Was ihn bewegt: Die Menschen aus den Großstädten würden nicht verstehen, dass hier auf dem Land die Dinge anders laufen, dass man etwa ein Auto braucht, um von Ort zu Ort zu kommen. Jahre, nachdem er die Baustelle dokumentiert hat, blickt Köhler auf einen Industriekomplex, in den mehrere Milliarden Euro geflossen sind. Für ihn ein Symbol dafür, »letzten Endes auch neue Dinge schnell umsetzen zu können und nicht Jahrzehnte zu warten«.

Ich habe ein großes Interesse daran, dass Grünheide wächst.

Tesla Gigafactory Grünheide

Tesla Gigafactory in Grünheide (Foto: Andreas Batke)

Tesla Gigafactory Grünheide

Kartenansicht Tesla Gigafactory in Grünheide (Foto: Andreas Batke)

Tesla Gigafactory Grünheide (Luftaufnahme)

Aus der Luft sind die Ausmaße der Gigafactory Tesla erlebbar. (Foto: Andreas Batke)

Tesla Gigafactory Grünheide (Luftaufnahme)

Kartenansicht Aus der Luft sind die Ausmaße der Gigafactory Tesla erlebbar. (Foto: Andreas Batke)

Werbeartikel von Tesla

Bastelbogen »Tesla Cybertruck«, Bausatz für das Modellauto »Tesla Cybertruck«, Blechschild »Warning. Tesla Parking only. All others will be towed away« (Foto: Bernd Choritz)

Werbeartikel von Tesla

Bastelbogen »Tesla Cybertruck«, Bausatz für das Modellauto »Tesla Cybertruck«, Blechschild »Warning. Tesla Parking only. All others will be towed away« (Foto: Bernd Choritz)