Am Mittagstisch

Gerhard Kusay

Ein älterer Herr mit Brille steht aufrecht in der Kantine der Beeskower Spanplatte. Im Hintergrund ist ein großformatiges Wandgemälde mit figürlichen Darstellungen zu sehen, umgeben von zahlreichen Zimmerpflanzen und Tischen.

Gerhard Kusay

Gerhard Kusay, langjähriger Chef der Kantine (Foto: Andreas Batke)

Am Mittagstisch

Die Kantine des Spanplattenwerks Beeskow

Diese Kantine ist ein besonderer Ort. Er heißt eigentlich »Märkischer Hof«, für Ortsfremde ist er kaum zu finden. 99 Prozent aller Menschen, die ihn bevölkern, kennen diesen Ort jedoch schon sehr lange. Sie wissen, wo er liegt und was er bereithält. Gegen 12 Uhr mittags brummt das Ganze wie ein Bienenkorb. Das Erfolgsrezept klingt einfach. Eben so, als ob es in Hausmannskost zu günstigen Preisen bestünde. Aber es ist viel mehr. Früher gehörte die Kantine zum VEB Spanplattenwerk Beeskow. Stellt man sich das Werk wie einen Menschen mit vielen Armen vor, war die Werkskantine der Arm mit dem Kochlöffel. Es gab drei Essen: eins für 90 Pfennig, eins für 1,30 Mark und eine Suppe. Zum Nachtisch gab es Kompott, Pudding oder Rote Grütze – die war damals mit Grieß. Gerhard Kusay führt die Kantine. Er tut das bereits seit 1975, und er tut es mit Liebe zur Sache. »Es muss gut sein«, sagt er. Und es muss schmecken. Ein Wandbild an der Stirnseite des Speisesaals, gemalt von Gyula Szepes, zeigt das Landleben um Beeskow. Im Jahr 1986, als es aufgehängt wurde, erzählt Gerhard Kusay, hätten es die meisten Leute abgelehnt, doch heute mögen viele das Bild. Weil es noch da ist. Weil es zu ihnen gehört. Das Besondere an der Kantine ist, dass dieser Ort, nachdem so vieles aus der DDR verschwunden ist, noch besteht. Auf eine fröhliche, menschliche Art. Das farbenfroh anzügliche Bild, das gehaltvolle Essen. Die nette Belegschaft, die zum Teil schon seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Der freundliche Ton, die Zwanglosigkeit.

Es muss gut sein, und es muss schmecken!

Kugeltopf

Ein historischer, bauchiger Tontopf mit einem ausgeprägten Rand. Das archäologische Artefakt aus grau-beigem Ton weist eine raue Oberfläche und feine Risse auf und ist vor einem neutralen, hellen Hintergrund freigestellt.

Kugeltopf

Kugeltopf, sogenannte harte grau- oder blaugraue Ware, 13./14. Jahrhundert (Foto: Armin Herrmann)

Stapelbare Portionsteller

Zwei hohe Stapel aus hellen, rechteckigen Kunststoff-Menütellern mit drei Unterteilungen stehen auf einer weißen Fläche, davor liegt ein einzelner Teller derselben Art. Die Exponate zeugen von der historischen Alltagskultur der DDR-Kantine.

Stapelbare Portionsteller

Stapelbare Portionsteller, DDR-Produktion, 1970er-Jahre (Foto: Armin Herrmann)

Name

Ein großformatiges Wandgemälde in der Kantine des ehemaligen Spanplattenwerkes zeigt Szenen aus dem ländlichen Leben und der Arbeit. Im Vordergrund befinden sich Tische und Stühle, an denen Besucher sitzen, sich unterhalten und essen.

Name

Kartenansicht Kantine des Spanplattenwerkes (Foto: Andreas Batke)