Von »Freunden« besetzt

Fürstenwalde

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines verlassenen Betonbunkers im Wald. Die Fassade des Bauwerks ist mit Graffiti verziert und von Bäumen umgeben. Das Bild dokumentiert historische Relikte.

Fürstenwalde

Kartenansicht Überreste einer Schießanlage der sowjetischen Armee bei Fürstenwalde (Foto: Andreas Batke)

Von »Freunden« besetzt

Als die »Russen« vor der Haustür lebten

Bernd Heinze hat sie erlebt: die Russen. Direkt vor seiner Haustür. »Russen« zu sagen war verpönt in der DDR. Zu negativ belastet. Und auch geografisch falsch: Schließlich stammten die siegreichen Soldaten der Roten Armee aus der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Nun regierten sie in Berkenbrück. »Die meisten lebten, zumindest in den ersten Jahren nach 1945, in heute noch sichtbaren Senken im Wald, wo sie in ausrangierten Fahrzeugteilen schliefen.« Zu dieser Zeit war Bernd Heinze fünf Jahre alt. Mit einer Nachbarin ist er öfter zu den Russen gegangen, um sich Suppe und Brot zu holen. Denn hinter seinem Wohnhaus standen sie mit Gulaschkanonen. In den zwölf Jahren, in denen die Besatzer in Berkenbrück lebten, waren ganze Straßen im Ort gesperrt. »Nach Fürstenwalde kam man eine Zeitlang nur über die Autobahn oder über Feldwege.« Im März 1957 zog die in Berkenbrück stationierte Einheit nach Wilmersdorf bei Beeskow, ein Teil ins Tanklager im Wald zwischen Fürstenwalde und Berkenbrück. Das 47 Hektar große Areal gehörte zur Garnison Fürstenwalde, das in den Unterlagen der Sowjets als »Militärstädtchen 18« bezeichnet wurde. Aus »Russen« wurden staatlich verordnete »Freunde«. Allerdings: »Wenn die russischen Soldaten zu Fußball- oder Volleyballturnieren zu uns ins Dorf gebracht wurden«, sagt Heinze, »durften sie im Anschluss nicht bleiben und mitfeiern. Es sollten ja keine zwischenmenschlichen Kontakte entstehen.« Anfang der 1990er-Jahre waren die Russen auf einmal »sang- und klanglos weg«, erzählt Heinze. Es habe keine Verabschiedung und später auch keine Kontakte gegeben.

Ich war mit Alexej befreundet.

Storkow

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines sowjetischen Ehrenmals mit Obelisk, der die Jahreszahl 1945 und Hammer und Sichel trägt. Das Denkmal steht auf einem gestuften Sockel, umgeben von einer niedrigen Backsteinmauer mit kleinen Pfeilern und Sternen.

Storkow

Kartenansicht Sowjetischer Soldatenfriedhof in Storkow (Foto: Andreas Batke)

Utensilien eines Sowjetsoldaten

Historische Feldflasche und Essgeschirr aus dem Militär, bestehend aus einer braunen Flasche mit Stoffbezug und einem Metallbehälter mit Henkel, auf weißem Hintergrund.

Utensilien eines Sowjetsoldaten

Feldflasche mit Gürteltasche, Kochgeschirr, Koppelschloss aus den 1980er-Jahre (Foto: René Arnold)

Schild des Ulanen-Regiments Alexander II. von Russland

Zwei historische Schilde, einer mit gelber und roter Farbgestaltung, der andere aus Metall mit handschriftlicher Beschriftung. Beide zeigen künstlerische Details.

Schild des Ulanen-Regiments Alexander II. von Russland

Schild mit Signum des Ulanen-Regiments Kaiser Alexander II. von Russland (Foto: René Arnold)

Köder

Ein Set mit verschiedenen Angelködern in einer durchsichtigen Verpackung. Die Köder sind in verschiedenen Formen und Größen, einige mit roten Spitzen. Die Verpackung zeigt Gebrauchsspuren.

Köder

Mormyschka – Köder für das Eisangeln aus den 1970er Jahren (Foto: René Arnold)