Musik der Extreme
Danilo (v.l.), Willi, Lisa und Canzler
Danilo (v.l.), Willi, Lisa und Canzler
Danilo (v.l.), Willi, Lisa und Canzler machen Punk – jeden Sonntag um 12 Uhr. (Foto: Andreas Batke)
Musik der Extreme
Sonntag, 12 Uhr: Im alten Beeskower Bahnhofsgebäude probt die Band »Backslash«. Gitarrist Willi, Drummer Danilo, Bassist Canzler und Sängerin Luisa. Gespielt wird Punk mit deutschen Texten. Willi, 33 und gebürtiger Beeskower, hat 2008 als Teenager bei der Punkband »Frontalzusammenstoß« angefangen. Politisch sehen sich die jungen Musiker damals »eher links«. 2009 tritt in Beeskow mit »Frontfeuer« eine Band aus einem ganz anderen politischen Spektrum auf den Plan. Ihre Platten heißen »Heldentum«, »Unser Land« und »Unser Treueschwur«; gespielt wird regelmäßig bei neonazistischen Veranstaltungen. 2024 geht der Verfassungsschutz von mindestens fünf, in der Kreisstadt beheimateten Rechtsrock-Bands aus. Beeskow gehört damit in Brandenburg zu den Hochburgen der Szene. Rechte Musik ist ein wachsender Markt. Rechtsextremismus-Forscher Christoph Schulze verweist auf Bands wie »Weimar«, die 2025 in der Fürstenwalder Parkbühne ein umstrittenes Konzert gegeben hat. »Bei der Band sind Leute dabei, die früher in der richtig harten, militanten, neonazistischen Rechtsrock-Szene in Thüringen dabei waren und jetzt deutungsoffene, dabei aber an rechtextreme Narrative anschlussfähige Texte vertonen«, sagt der Potsdamer. Darin drücke sich eine Professionalisierung aus, inklusive ökonomischer Aspekte, aber auch eine Normalisierung von rechten Positionen in der Gesellschaft. Geld mit ihrer Musik zu verdienen, daran verschwendet die Band »Backslash« kaum einen Gedanken. »Es geht um Spaß am gemeinsamen Musik machen«, sagt Willi.
Es geht um Spaß am gemeinsamen Musikmachen
Beeskow
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Kartenansicht »Backlash« in Aktion: Im kleinen Probenraum kommen die Bandmitglieder schnell ins Schwitzen. (Foto: Andreas Batke)