Zu viel und zu wenig

Anna Hörning

Eine ältere Frau steht vor dem Hauseingang eines Wohnhauses. Sie blickt direkt in die Kamera, während sie auf der Treppe vor der geöffneten Tür steht. Neben ihr sind ein Thermometer und eine kleine Eulenfigur zu sehen.

Anna Hörning

Anna Hörning ist Stammkundin der Beeskower Tafel. (Foto: Andreas Batke)

Sylvia Falke-Schulz

Schwarz-Weiß-Aufnahme einer Frau, die neben einem Auto steht, während eine ältere Frau mit Brille auf dem Fahrersitz sitzt. Im Hintergrund ist ein Gebäude mit einem Baugerüst zu sehen.

Sylvia Falke-Schulz

Sylvia Falke-Schulz (l.) chauffiert Gertraude Wagner regelmäßig zur Tafel. Sie selbst ist dort als Helferin aktiv. (Foto: Andreas Batke)

Zu viel und zu wenig

Die Tafel in Beeskow

Eine »Berechtigungskarte« erlaubt den Eintritt. Ohne einen amtlichen Nachweis materieller Bedürftigkeit geht es auch bei der Tafel nicht. Vor allem Ehrenamtliche verwalten, was als Problem einst in den USA erkannt wurde: dass der Handel Lebensmittel noch vor dem Ablaufdatum en masse wegwirft und zugleich die Ärmsten hungern müssen. Die Idee: Wir verteilen, und jeder ist’s zufrieden. In Beeskow ist die Tafel ein Sozialkaufhaus, das Kunden hat. Anna Hörning zum Beispiel aus Lindenberg. Nachbarn empfehlen ihr irgendwann, wegen ihrer kleinen Rente zur Beeskower Tafel zu gehen – da befindet sich diese noch im baufälligen Beeskower Bahnhof, wo sie 2005 untergekommen war. Erst Ende 2012 bezieht der Betreiber, die Gesellschaft für Arbeit und Soziales e. V. (GefAS), gleich gegenüber ein neues Domizil. Der erste Gang ist für Anna nicht leicht, aber mit jedem Wiedersehen steigt das Vertrauen. »Ich fühle mich hier wohl… Es ist angenehm, wenn einer fragt ›Wie geht’s dir denn?‹, nicht nur ›Na, haste alles?‹.« Sylvia Falke-Schulz aus Sauen arbeitet im Ehrenamt bei der Tafel. Die Aussicht auf Altersarmut erschüttert sie: »Nach einem gelungenen Arbeitsleben kann es eigentlich nicht sein, dass ich anschließend um meine Existenz zittern muss.« Beeskow braucht eine Tafel. »Es geht einfach darum zu offenbaren, dass es bei uns hier im Kreis auch jene gibt, die nicht im Wohlstand leben«, sagt Sylvia. »Auch Beeskow bleibt davon nicht verschont.«

Nach einem gelungenen Arbeitsleben kann es eigentlich nicht sein, dass ich anschließend um meine Existenz zittern muss.

Lebensmittelkarten

Eine historische, lachsfarbene Reichsbrotkarte A/Jgd für Jugendliche von 10 bis 20 Jahren aus dem Kreis Beeskow-Storkow, gültig vom 18. November bis 15. Dezember 1940, mit zahlreichen perforierten Abschnitten für Brot- und Mehlrationen.

Lebensmittelkarten

Reichsbrotkarten (Foto: Armin Herrmann)

Lebensmittelkarten

Historische Reichskarte für Marmelade und Zucker aus dem Kreis Beeskow-Storkow vom Juni 1940. Das Dokument enthält perforierte Abschnitte für Lebensmittelrationen sowie offizielle Stempel und Anweisungen zur Gültigkeit und Verwendung.

Lebensmittelkarten

Reichskarte für Marmelade und Zucker (Foto: Armin Herrmann)

Lebensmittelkorb

Eine Auswahl an österlichen Süßwaren, darunter Schokoladenhasen in Folienverpackungen, kleine Schokoladenküken und Marienkäfer in Plastiktüten sowie eine leere grüne Kunststoffkiste auf einem weißen Untergrund.

Lebensmittelkorb

Lebensmittelkorb der Tafel Beeskow (Foto: Armin Herrmann)

Lebensmittelkorb

Eine Draufsicht auf einen grünen Einkaufskorb und eine Vielzahl an Lebensmitteln auf weißem Untergrund, darunter frisches Obst, Gemüse, Brot, Backwaren, Milchprodukte und verpackte Zutaten für eine abwechslungsreiche Ernährung.

Lebensmittelkorb

Lebensmittelkorb der Tafel Eisenhüttenstadt (Foto: Armin Herrmann)

Tafel Beeskow

Schwarz-Weiß-Aufnahme eines historischen Backsteingebäudes in der Radinkendorfer Straße. Zwei Personen stehen vor dem Eingang des Gebäudes, an dem ein Schild der Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht e.V. (gefas) angebracht ist.

Tafel Beeskow

Kartenansicht Gesellschaft für Arbeits- und Sozialrecht e.V. (Foto: Andreas Batke)